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Freizeitcenter eröffnet: Wie in einem Bienenstock
(Quelle: dzonline.de – 23.11.2008)
Dülmen. Familie Werth hat gerade erst das “Joyn us” betreten. Und schon sind Lena (7) und Janick (4) verschwunden. “Die kommen schon von alleine zurück”, bleibt Mutter Claudia gelassen. Sie hat Verständnis für ihren Nachwuchs, als sie selbst das herrliche Kinderparadies über zwei Ebenen sieht. “Hier werden wir öfter hingehen”, steht sofort fest.
Eine lange Schlange bildet sich um kurz vor 11 Uhr vor dem Eingang des neuen Freizeitcenters, das sich am Samstag mit einem Tag der offenen Tür vorstellt. Während draußen die ersten Hundert Gäste den Countdown bis zum Aufschließen herunterzählen, schneidet Geschäftsführer Frederic Voss das dicke Band durch. Willkommen im Freizeitparadies! “Ich bin angenehm überrascht, wie viele Besucher auf einen Schlag hineinströmen”, freut er sich. Nach Schätzungen sind über 10.000 Menschen über den ganzen Samstag verteilt im “Joyn us”.
Im Inneren herrscht ein Gewimmel, wie in einem Bienenstock. Überall hört man ausgelassenes und lautes Kinderlachen. Die lieben Kleinen sind völlig von den Socken (schließlich müssen sie die Schuhe ausziehen) und sausen die vielen Treppen rauf und runter, jumpen im “Dragonparc” auf Hüpfburgen, tauchen ab im Bällchenbad, überholen sich auf der Elektro-Kartbahn, besteigen den Wabbelberg und den Kletter-Vulkan, sausen die Rollenrutsche herab, ja – und ganz Mutige versuchen, sich auf dem Rodeo-Bullen zu halten. “Etwas Schöneres als das Toben und die Lebendigkeit von Kindern gibt es nicht”, stellt Bürgermeister Jan Dirk Püttmann in seinem Grußwort vor den geladenen Vertretern aus Politik, Geschäftswelt und der Banken fest. Er sieht in der Freizeiteinrichtung einen “Zukunftsbeitrag für unsere Stadt, der den Standort hervorragend ergänzt und eine überregionale Ausstrahlung haben wird”. Püttmann dankt der Familie und Unternehmensgruppe Voss für ihr Engagement im früheren OK-Center, dem vor diesem Kauf samt der Investition in Höhe von vier Millionen Euro gar ein Großbordell gedroht hatte. Nun sei die ursprüngliche Freizeitplanung dieser Immobilie wieder aufgenommen worden. “Ich wünsche diesem Haus den verdienten Erfolg, volle Rutschen und Spielplätze“, sagt Püttmann.
Das Töchterchen von Frederic und Siv Chen Voss, Sarah Mei Xi, hatte mit ihrem Bewegungsdrang (als sie das Laufen lernte) dafür gesorgt, dass das Ehepaar viele Hallenspielplätze besuchte. Dabei tauchte die Idee auf, ein Freizeitcenter für die ganze Familie in Dülmen auf 7500 Quadratmetern Innenfläche zu schaffen, blickt Frederic Voss zurück. Sein Vater, Günter Voss, erinnert daran, dass sich Unternehmen ständig erneuern müssen. Die Familie habe sich von einem Traditionsbereich der Firmengruppe, der Baumarktkette, getrennt. “Und was ist die Zukunft?
Die Kinder und die Jugend!” Interessant sei laut Voss die Perspektive, sich mit diesem Markt – gerade mit Blick auf Betreuung und Rundumversorgung – zu beschäftigen. “Ich war hier der Bauunternehmer. Mein Sohn Frederic aber hat das Gebäude mit Leben gefüllt”, stellt der Senior klar.
Und dass richtig Leben in der Bude ist, beweisen zu dieser Zeit Hunderte Besucher auf den 14 Bowling-Bahnen, die Peter Pyschny betreibt. “Die Bahn ist einfach super. Auch die Preise sind in Ordnung”, lobt Beate Rüsweg und schickt eine orangene Kugel auf die Reise. Ein Stockwerk höher, im Erdgeschoss, putten viele wie Profigolfer auf Deutschlands in dieser Form erster Maxi-Indoor-Minigolfanlage. Mit originalen Golfputtern spielt man die 18 Löcher auf hochwertigem Kunstrasen.
Stärken kann man sich im “Sparkeys”, der Systemgastronomie, die mit Burgern und Pizzen eine ähnliche Erfolgsgeschichte wie McDonalds schreiben will. Familie Cattepoel lässt es sich gerade im Hauptrestaurant schmecken. Aber nicht nur ihnen, allen Dülmenern macht dieses neue Freizeitcenter so richtig Appetit.
Die Reaktionen der Dülmener und eine Kommentierung lesen Sie in der DZ-Printausgabe am Montag.
VON RALF REPÖHLER, DÜLMEN
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